Bluthochdruck

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Ein Bluthochdruck (Hypertonie) liegt vor, wenn der Blutdruck bei wiederholter Messung über 160/95 mmHg liegt.

Seltene URSACHEN sind Nierenerkrankungen oder Hormonstörungen; meistens läßt sich keine Ursache finden. Übergewicht, hoher Alkoholkonsum und salzreiche Ernährung begünstigen einen Bluthochdruck.

Häufige BESCHWERDEN bei erhöhtem Blutdruck sind Kopfschmerzen, Sehstörungen und Müdigkeit. Eine Behandlung muß auch beim Fehlen von Beschwerden erfolgen, da sonst Blutgefäße und Herz geschädigt werden. Dies kann schließlich Schlaganfall, Herzinfarkt oder Herz- bzw. Nierenschwäche zur Folge haben.

Nach welchen Richtlinien sollten Sie sich ernähren?

• Bemessen Sie Ihre Kalorienzufuhr so, daß Sie ein normales Körpergewicht erreichen bzw. nicht überschreiten.

• Schränken Sie Ihren Kochsalzverbrauch auf maximal 5 - 6 Gramm pro Tag ein (bei heutiger Durchschnittskost nimmt man ca. 10 -15 Gramm Kochsalz pro Tag auf). Dies erreichen Sie, wenn Sie auf Nachsalzen verzichten (stattdessen Gewürze verwenden) und salzreiche Nahrungsmittel meiden.

• Bemühen Sie sich um eine kaliumreiche Ernährung (nicht bei Nierenerkrankungen!). Als Kaliumspender eignen sich besonders Obst und Gemüse.

• Achten Sie auf eine fettarme (allerdings mit hohem Anteil ungesättigter Fettsäuren) und ballaststoffreiche (z. B. Vollkornprodukte, Obst, Gemüse) Ernährung.

• Verzichten Sie möglichst auf Alkohol, da dieser den Blutdruck steigert.

Was sollten Sie noch wissen und beachten?

• Medikamente: Bleibt die Behandlung Ihres Blutdrucks mit nicht-medikamentösen Maßnahmen erfolglos oder liegen bei Ihnen sehr hohe Blutdruckwerte vor, dann müssen Sie zusätzlich blutdrucksenkende Medikamente einnehmen. Diese Therapie wird von Ihrem behandelnden Arzt festgelegt.

• Körperliche Bewegung: Durch eine regelmäßige körperliche Bewegung können Sie langfristig ebenfalls Ihren Blutdruck senken. Bei sehr hohen Blutdruckwerten darf aber keine körperliche Belastung erfolgen!

• Beseitigung von Übergewicht: Wenn Sie Ihr Übergewicht vermindern, senken Sie damit auch Ihren Blutdruck (pro kg Körpergewicht um 1 - 2 mmHg). Die Gewichtsabnahme ist oft die wirksamste blutdrucksenkende Maßnahme.

• Blutdruckkontrolle: Blutdruckmessungen müssen bei Ihnen regelmäßig durchgeführt werden. Sie sollten in der Lage sein, Ihren Blutdruck selbst zu kontrollieren.

Wie können Sie häufige Fehler vermeiden?

• Beachten Sie auch das "versteckte Salz" in vielen Nahrungsmitteln.

• Vermeiden Sie das Nachsalzen von Speisen.

• Messen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck.

• Achten Sie auf die regelmäßige Einnahme Ihrer blutdrucksenkenden Medikamente.

 

Nahrungsmittelauswahl

 

 

 Was ist für Sie nicht empfehlenswert?

Was ist für Sie empfehlenswert?

Fleisch- und Wurstwaren:

fettreiches Fleisch (z. B. Schweinefleisch, Ente, Gans) salz- und fettreiche Wurst (z. B. Bratwurst, Streichwurst, Mettwurst, Salami) geräucherte Sorten, Wurstkonserven

fettarmes Fleisch (z. B. Hähnchen, Pute, Wild, mageres Kalb-, Rind- und Schweinefleisch) salz- und fettarme Wurst (z. B. Truthahnwurst, kalter Braten)

Fischwaren:

geräucherte oder marinierte Fische (z. B. Brathering, Salzhering, Makrelen, Räucherfisch, Sardellen, Ölsardinen)  fettreiche Sorten (z. B. Aal, Karpfen, Schalen- und Krustentiere)  Fischkonserven, Fischfertiggerichte

salz- und fettarme Sorten (z. B. Forelle, Heilbutt, Rotbarsch, Scholle, Seelachs)

Fette und Öle:

größere Mengen von Butter, Schweineschmalz, Speck, Kokos-und Palmfett,  normale Margarine, Mayonnaise, Remoulade

pflanzliche Fette und Speiseöle (z. B. Distelöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl), salzarme Margarine und Butter in kleineren Mengen

Eier:

fett- und salzreiche Eierspeisen, Soleier

sonstige Eierspeisen

Milch und Milchprodukte:

fettreiche Milchprodukte (z. B. Sahne, Creme fraiche),, salz- und fettreiche Käsesorten (z. B. Schafskäse, Parmesan, Schmelzkäse)

fettarme Milch und Milchprodukte (z. B. Magerquark, Magerjoghurt), salz- und fettarme Käsesorten (bis 45 % Fettgehalt, maximal 50 g/Tag)

Gemüse, Salate:

Gemüsekonserven, Fertigprodukte

alle Sorten

Kartoffeln:

Pommes frites, Chips und andere Fertigprodukte

Kartoffelpüree, gepellte Kartoffeln

Obst:

 

 

alle Sorten

Getreideprodukte (Brot- und Teigwaren, Reis):

stark gesalzene Brotwaren (z. B. Salzstangen)

salzarme Brotsorten, vorzugsweise Vollkornprodukte in begrenzten Mengen (200 - 300 g pro Tag)

Zucker, Süßigkeiten, Backwaren:

größere Mengen von Süßigkeiten und Backwaren

kleinere Mengen, vorzugsweise fettarme Sorten

Gewürze:

Gewürzmischungen, Fleischwürfel, Senf, Ketchup, Tomatenmark, Suppenwürfel

sonstige Sorten ohne Salzzusätze

Getränke:

Mineralwasser mit hohem Natriumgehalt, Gemüsesäfte in größeren Mengen, Alkohol in größeren Mengen

Mineralwasser mit niedrigem Natriumgehalt, Fruchtsäfte, Tee, Kaffee (max. 5 Tassen/Tag), kleinere Mengen Alkohol

Art der Zubereitung:

salz- und fettreich (z. B. fritieren, marinieren, panieren, in Öl einlegen)

dämpfen, dünsten, grillen, kurz braten, garen

 

©  Dr. med. Nabil Nosseir